Liebe Politiker und Entscheidungsträger:

Die Grünlandversuche der Lfl auf dem Spitalhof zeigten in früheren Jahren erstaunlich gute Ergebnisse, von denen man im Zeitalter der neuen DÜV aber nichts mehr wissen will.

Wir fragen uns:

Warum die gute fachliche Praxis - bei Güllewetter - nicht akzeptiert werden will. Wohlwissend, dass kaum höhere Emissionsminderung im Vergleich zur bodennahen Ausbringung erreicht wird.

Warum werden die Versuchsergebnisse aus den Spitalhofversuchshefte Nr. 1 und Nr. 2 ignoriert?


Die Güllewürste machen im Grünland extreme Probleme. Sie entstehen bei einer dickflüssigen Gülle, oder wenn der Niederschlag nicht ausreicht. Bei der frühen Schleppschlauchausbringung nach einem Schnitt, wenn das Gras die Güllebänder mit nach oben wachsen lassen. Dies sieht dann so aus:

Wir fragen uns:

Warum werden unsere Sorgen mit zweifelhaften Untersuchungen aus Österreich und der Schweiz versucht wegzudiskutiert, obwohl keinerlei mikrobielle Untersuchungen über die Folgen der Güllereste im Futter und den Milcherzeugnisse vorliegt. 

Warum wird angeblich die Ammoniakausgasung nur kurzfristig gemessen, obwohl gerade diese Güllebänder bei zunehmender Feuchtigkeit oder wiederkehrendem Niederschlag wesentlich öfters mit dem Ausgasungsprozess neu beginnen.

 

Warum soll die in den Antibiotikaarmen Güllen vorhandenen E.coli Keime ohne Hygienisierungmaßnahmen - wie z.B. das UV Licht - in eine feuchte und beschattete Umgebung gelegt werden, dessen Keimwachstum dadurch nicht gebremst ist. Das Gefahrenpotential daran ernsthaft zu erkranken, ist doch weit höher, als ungeklärte Ammoniakemissionen.


Die Monstertechnik mit übergroßen Güllefässern, Achslasten die im gesetzlichen Graubereich laufen und Fahrzeugdimensionen, die in der Bevölkerung mehr und mehr Kopfschütteln verursacht, ist ein Politikum - ohne im Vorfeld die Folgen überrissen zu haben.

Wir fragen uns:

Warum soll diese technische Monsterlösung im letzten Kettenglied die ultimative Lösung darstellen - in dem man die Scheiße direkt über den Köpfen der Regenwürmer ablegt. Das Klima soll geschützt, bewahrt und verbessert werden - aber den Boden der unser größter Speicher ist, treten wir mit Füßen.


Wir Bauern machen uns Gedanken. Wir stellen seit ende 2018 unsere Gülle, unsere Felder für alternative Versuche zur Verfügung. Uns liegt die Praxis am Herzen - daher sind wir an Lösungen interessiert - die auf dem Boden von Tatsachen beruhen.


3 Betriebe stellen sich den Praxisbedingungen

Wir wollen unsere Gülle bereits im Stall und im Lager behandeln und sehen, wie sich diese im gesamten Betriebszusammenhang verhält.

  • Gesteinsmehl
  • Leonardit
  • System PLOCHER

Wir fragen uns:


Warum hat man offenbar Angst vor solchen Untersuchungen?

Wir wollen doch nur mit den Lehranstalten, den Studierenden, den Landwirtschaftsämtern, dem Erzeugerring, den Verbänden und den ebenfalls interessierten Bauern gemeinsam schauen, ob das ein zukunftsfähiger Weg für uns alle ist. Der Verbraucher möchte weder den Gestank noch den Eindruck einer Umweltbelastung und der Bauer möchte nicht als Sündenbock und Verursacher der Klimaveränderung da stehen. Daher sollten wir so etwas auch anpacken!

 

  

 

 


Vorwort des Positionspapiers

 

Die Bauern werden stets als die Verursacher der Probleme ausfindig gemacht. Nach Rechenmodellen der Wissenschaft, ist ein Schuldiger schnell gefunden. Im Prinzip bekämpfen wir die Folgen aus der uns angetragenen Beratung, mit der Maßgabe zur Einhaltung einer Fülle von Gesetzen und Verordnungen. Wir müssen die Frage stellen:
Inwieweit werden wir oder unsere Kinder in 20 oder 30 Jahren dafür bestraft, dass wir uns ohne Widerstand einer Verordnung unterstellen, ohne sicher zu sein, dass es vielleicht wieder eine falsche Entscheidung war.

Warum soll diese technische Monsterlösung im letzten Kettenglied die ultimative Lösung darstellen - in dem man die Scheiße direkt über den Köpfen der Regenwürmer ablegt. Das Klima soll geschützt, bewahrt und verbessert werden - aber den Boden der unser größter Speicher ist, treten wir mit Füßen.

Wir sind uns im Klaren darüber, dass eine geforderte Reduzierung der Emissionen von ca. 20% mit einer Vollweide der Rinderhalter von ca. 60 Tagen, das Gesamtreduktions-ziel von ca. 113.000 to vollumfänglich lösen würde. Das soll zum Ausdruck bringen, dass nicht die Technik des letzten Problemglieds die Probleme lösen  kann, sondern die Lösung in einem Grundsatz zu finden ist, wie wir künftig unsere Landwirtschaft nachhaltig betreiben können. 

Wir Bauern sind verunsichert - wir sind frustriert über immer mehr Gesetze und Regelungen die uns auferlegt werden. Ängste und Bedenken sind den Verantwortlichen aus der Politik sicherlich bewußt. Unsere Kritik und Anregungen in Form dieses Positionspapieres soll dies zum Ausdruck bringen. Uns ist es wichtig, dass diese aus der Praxis stammenden Bedenken sowohl im Ministerium, als auch bei der Lfl zur Kenntnis genommen werden. Wir sehen die Notwendigkeit einer grundsätzlichen Veränderung in der Landwirtschaft, die aufgrund von Tierbesatzdichte und Flächenregelungen notwendig ist. Praktikable Lösungen sind in Bezug auf eine nachhaltige Landwirtschaft zwingend notwendig. Aus diesem Grund sehen wir dringenden Handlungsbedarf in der Überarbeitung der DÜV im Bundestag.

Die  Verfasser dieses Papiers sind selbst Biobauern. Wir denken in Kreisläufen - wir arbeiten mit der Natur und wir sind davon überzeugt, dass wir unserem Boden, unserem erzeugten Lebensmittel und uns Menschen etwas Gutes tun. Die DÜV ist ungerecht, unausgegoren, baut auf unzureichende Erkenntnisse mit zweifelhaften Methoden auf. Sie verletzt Gleichheitsgrundsätze und ist in dieser vorliegenden Form abzulehnen.


Nachdem ein bayerischer Weg aufgrund des Drucks der EU offensichtlich nicht gewollt ist - so die Aussage von Frau Ministerin Kaniber auf der Herrschinger BBV Tagung - denken wir, dass die Politik diese Misstände korrigieren muss.

Ökolandbau als System mit flächengebundener Tierhaltung und ausgewogenen Nährstoffbilanzen muß in der DÜV gesondert behandelt werden.

Wir sind es unseren Kindern und Enkelkindern schuldig, eine Landwirtschaft die auf Nachhaltigkeit aufbaut (wir meinen damit nicht die Nachhaltigkeit der Agrochemie und Agrotechnikhersteller) zu fördern, statt uns in Regelwerke zu schieben, die dem Grundsatz guter fachlicher Praxis widersprechen. Der Erhalt der bäuerlichen Landwirtschaft ist notwendig, da laut Weltagrarbericht nur diese die Weltbevölkerung ernähren kann.


Als Bioland Gruppensprecher unterzeichnet:

 

Rothenburg
Jürgen Schilling

Neustadt
Günther Hildner

Fürth
Werner Schiefer

 

Ansbach, den 15.12.2018



Zusammenstellung und Ansprechpartner
für Rückfragen:

Jens-Martin Keim
Gehrenberg 13
91555 Feuchtwangen
Tel. 09852 6138001
info@der-kleine-bauernhof.de

Jürgen Schilling
Schnepfendorf 3
91541 Rothenburg ob der Tauber
Tel. 09861 / 92534
bioschilling@gmx.net

 


Wir erlauben uns dieses Positionspapier allen interessierten Landwirte, Fachverbänden, Gremien, Minister, Politikern und Pressestellen zuzustellen bzw. auszuhändigen.